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Zukunft der Werkstatt: Wie digitale Innovationen den Kfz-Service grundlegend verändern

Auf der Automechanika Frankfurt haben sich am Vorabend des ersten Messetages die Automechanika und die Plattform Hey/Pioneer in der Frankfurter Festhalle zusammengetan, um beim exklusiven…

Zukunft der Werkstatt: Wie digitale Innovationen den Kfz-Service grundlegend verändern

Auf der Automechanika Frankfurt haben sich am Vorabend des ersten Messetages die Automechanika und die Plattform Hey/Pioneer in der Frankfurter Festhalle zusammengetan, um beim exklusiven Pioneer-Empfang unter dem Titel „How Tech is Driving the Future of Mobility" über die Zukunft unseres Handwerks zu sprechen. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, in Ihrer Werkstatt täglich erleben, wie sich Diagnosegeräte, Ersatzteilbeschaffung und Kundenkommunikation verändern, dann ist diese Veranstaltung mehr als ein glanzvoller Branchentreff – sie zeigt, wohin die Reise geht und was Sie in den nächsten Jahren auf Ihrem Hebebühnen-Alltag landen wird.

Zwischen Daten, Dienstleistungen und neuen Geschäftsmodellen

Auf dem Podium saßen keine Theoretiker, sondern Köpfe, die in der Praxis Verantwortung tragen: Tobias Liebelt, CEO von Benteler Mobility, Lasse Diener, CEO von Aufinity, Felix-Matthias Walter, Director Global Service Solutions bei Mahle, sowie Franck Leveque, Senior Consultant beim europäischen Zuliefererverband Clepa. Moderiert wurde das Ganze von Hans Hamer, dem Gründer von Pioneer. Im Kern ging es um vier große Themen, die uns Werkstattprofis unmittelbar betreffen: Digitalisierung, Daten, Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität.

Was dabei immer wieder durchschimmerte und auch Sie in Ihrem Alltag beschäftigen dürfte, ist der Wandel im Kfz-Ersatzteilmarkt. Standen hier früher Katalog, Telefon und Lagerregal im Mittelpunkt, so sprechen die Player auf dem Podium heute über datenbasierte Plattformen, vernetzte Fahrzeuge und skalierbare Servicemodelle. Hans Hamer brachte es auf den Punkt: „KI, Konnektivität und neue Technologien verändern die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, und transformieren das gesamte Mobilitätsökosystem. Neue Akteure, neue Ideen und neue Geschäftsmodelle entstehen." Michael Johannes, Vice President Mobility & Logistics der Messe Frankfurt, ergänzte, die Automechanika wolle die Plattform sein, „auf der etablierte Branchenführer, Innovatoren und neue Technologieakteure zusammenkommen, um den Wandel in echte Geschäftsmöglichkeiten umzusetzen."

Die Messe selbst: vierhundertvierzig Stände weiter als beim letzten Mal

Wer den Blick vom Podium auf das Messegelände weitet, sieht die ganze Dimension: Rund 4.400 Aussteller aus mehr als 80 Ländern zeigen vom 8. bis 12. September 2026 in Frankfurt, wie der Automotive Aftermarket sich neu erfindet. Das sind etwa fünf Prozent mehr als bei der vorherigen Ausgabe, und die rund 300.000 Quadratmeter Messegelände sind komplett belegt. Begleitet wird das Ganze von mehr als 500 Veranstaltungen.

Für Sie als Schrauber und Berater heißt das: Hier lohnt sich der Weg über den eigenen Werkstattzaun hinaus. Im Future Mobility Park auf der Agora, auf der ersten Automechanika Pitlane – einer rund 200 Meter langen Boxengasse – und im Experience Park können Sie sehen, was morgen auf Ihrem Hof stehen könnte. Im neuen Forum „HighTech4Mobility" in Halle 2 geht es um softwaredefinierte Fahrzeuge und digitale Dienste. Erwähnenswert auch: Am 8. September wurde unter dem Titel „AI in Motion – Reinventing Automotive Aftersales" eine Studie des IBM Institute for Business Value vorgestellt, erarbeitet gemeinsam mit der Automechanika. Und wer sich fragt, wie Elektromobilität das physikalische Verhalten eines Autos verändert – das höhere Drehmoment, das flüsterleise Fahren, die schwereren Fahrzeuge und die Folgen für Reifen-Grip, Rollwiderstand und Haltbarkeit –, der findet auf der Messe konkrete Antworten aus erster Hand.

Was Sie aus Frankfurt mitnehmen können

Wenn Sie die Messe besucht haben oder demnächst besuchen werden, sortieren Sie Ihre Eindrücke ruhig wie nach einer Hauptuntersuchung: Was ist heute schon reif für meine Werkstatt, was ist vielversprechende Baustelle, und was bleibt vorerst Marketingversprechen? Die Bandbreite reicht vom Solarauto „lux025", das laut den Hochschulteams im Future Mobility Park bereits 3.000 Kilometer rein mit Sonnenenergie gefahren ist, bis hin zur Frage, ob das eigene Auto irgendwann während der Fahrt Gesundheitsdaten erfasst – diskutiert von Vertretern der RWTH Aachen und der TU Braunschweig. Spannend für Ihr Beratungsgespräch am Tresen ist zudem die „FIA Global Consumer Mobility Trends Study", für die Ernst & Young 10.000 Verkehrsteilnehmer in zehn Märkten befragt hat.

Eine konkrete Empfehlung zum Schluss: Nehmen Sie sich nicht alles auf einmal vor, sondern suchen Sie sich pro Saison ein, zwei Themen, die Ihren Alltag tatsächlich entlasten – ein neues Diagnose-Tool, ein digitaler Teilekatalog, ein Schulungsmodul zur Elektromobilität. Die Automechanika zeigt, wohin der Markt wächst; laut einer in der Pressemeldung zitierten Prognose von Frost & Sullivan soll der weltweite Automotive Aftermarket bis 2026 um 5,8 Prozent zulegen. Dieser Zug fährt – Sie dürfen getrost in Ihrem Tempo einsteigen, Schritt für Schritt, wie bei einer sorgfältigen Inspektion.

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