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Hyundai und KOICA investieren Millionen in die Ausbildung ghanaischer Kfz-Mechatroniker

Berichten aus Südkorea investieren Hyundai Motor und die Entwicklungsagentur KOICA gemeinsam rund fünf Milliarden Won in den Aufbau einer Kfz-Ausbildung in Ghana.

Hyundai und KOICA investieren Millionen in die Ausbildung ghanaischer Kfz-Mechatroniker

Das klingt nach einer Nachricht aus der Ferne, ist aber gleichzeitig ein leiser Fingerzeig darauf, welche Technik in den kommenden Jahren auch in unseren Werkstätten zur Pflicht wird – und wer darauf vorbereitet ist und wer nicht.

Aus zwei Lehrwerkstätten soll Berufsnachwuchs wachsen

In Accra ist am 3. September das Programm „Hyundai-KOICA NextGen" offiziell an den Start gegangen. Über fünf Jahre, also bis 2030, finanzieren beide Partner je zur Hälfte zwei Ausbildungszentren, jeweils ausgestattet mit einer echten Werkstatt, in der geschraubt und nicht nur simuliert wird. Baustart in der zweiten Jahreshälfte, Eröffnung für 2027 geplant. Rund 405 junge Leute und Lehrkräfte werden direkt gefördert, mit Stipendien, Praktika und einer jährlichen Jobmesse, die den Weg von der Schulbank in den eigenen Betrieb ebnen soll.

Spannend ist dabei weniger der Betrag als das, was inhaltlich verschoben wird: Bisherige Kurse drehen sich laut Bekunden vor allem um klassische Verbrenner. Künftig stehen Hybrid- und Elektrotechnik mit auf dem Lehrplan, zertifiziert von der ghanaischen Berufsbildungsbehörde CTVET. Wer dort ausgebildet wird, soll später entweder in einer Werkstatt anheuern oder sich selbständig machen – und das Gelernte dann als Multiplikator weiter in die regionalen Berufsschulen tragen.

Warum das auch deutsche Schrauber betrifft

Nun werden Sie sagen: Schön für Ghana, aber was geht mich das an? Eine ganze Menge, denn die Verschiebung ist genau dieselbe, die auch hierzulande jeder Werkstattmeister auf dem Hof seit Jahren spürt. Der Anteil reiner Verbrenner im Service schrumpft, Hochvoltbatterien, 48-Volt-Bordnetze und die Steuergeräte-Diagnose am E-Antrieb werden vom Ausnahmefall zur Tagesaufgabe. Was Hyundai in Accra curricular aufbaut, werden Sie in zehn Jahren auch in Köln, Hamburg oder Garmisch-Partenkirchen am Hebebock wiederfinden – und das ist keine Drohung, sondern schlicht eine Ankündigung mit Vorlauf.

Konkreter Nutzen für Sie als Leserin und Leser: Wenn Sie einen Hyundai fahren oder einen gebrauchten kaufen wollen, dann schauen Sie bei der Probefahrt nicht nur aufs gesunde Blech und auf mögliche Rostnester an Schweller und Heckabschluss. Fragen Sie in der Werkstatt Ihres Vertrauens gezielt nach Schulungen für Hochvoltsysteme – eine anerkannte Zertifizierung für Arbeiten an spannungsführenden Fahrzeugen ist heute fast schon Pflicht, wenn am Auto unter Spannung gearbeitet wird. Wer dort nur „learning by doing" anbietet, riskiert im Schadensfall nicht nur die eigene Sicherheit, sondern unter Umständen auch den Versicherungsschutz.

Was man weiter im Auge behalten sollte

Das Projekt ist laut Hyundai ausdrücklich als Modell gedacht: Der koreanische Hersteller kündigt an, das NextGen-Konzept nach Ghana auch in weiteren Ländern auszurollen und die Ausbildung jeweils an die lokale Automobilstruktur anzupassen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Ausbildungsstandards international näher zusammenrücken – gut für die Anschlussfähigkeit, aber auch ein Zeichen, dass die Hersteller stärker als früher mitreden wollen, wer überhaupt an ihren Fahrzeugen schrauben darf.

Mein Rat zum Feierabend, ganz in Ruhe: Egal welche Marke in Ihrer Garage steht – behandeln Sie die Frage „Kann meine Werkstatt E-Technik?" als ebenso selbstverständlich wie die nach dem nächsten Ölwechsel. Wer da heute noch ausweicht oder vertröstet, wird morgen beim kleinsten Batterieproblem direkt zum Vertragshändler geschickt – und der rechnet bekanntlich ganz eigene Stundensätze, die mit einem freien Betrieb selten vergleichbar sind.

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