
Wie CARFAX in einer aktuellen Auswertung feststellt, ist rund jedes vierte Fahrzeug auf amerikanischen Straßen mit überfälligen Wartungsarbeiten unterwegs – und zwar nicht auf irgendwelchen exotischen Posten, sondern auf den ganz normalen: Ölwechsel, Reifen, Luftfilter, Bremsen, Flüssigkeiten. Bei einem Durchschnittsalter von inzwischen 12,8 Jahren ist das eine Zahl, die mich in der Werkstatt aufhorchen lässt, denn was hier nach „machen wir später" klingt, wird beim nächsten Blick auf den Bremssattel oder das Servicenheft sehr schnell konkret. Für alle, die selbst schrauben oder einen Gebrauchten unter die Lupe nehmen, ist diese Statistik ein ganz praktischer Warnschuss.
Was auf der Liste der Verschobenen steht
Die Auswertung nennt die Nachlässigen beim Namen: Mississippi führt mit 31 Prozent, danach kommen South Carolina, Kentucky, Arkansas, Arizona und New York – alle um die 26 Prozent. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf der Straße lag 2025 bei 12,8 Jahren, bei Pkw sogar bei 14,5 und bei leichten Lkw bei 11,9 Jahren, wie das US-Bureau of Transportation berichtet. Mich persönlich interessieren die Prozentzahlen weniger als das, was dabei schuldig geblieben ist: Reifenwechsel, Ölwechsel, Luftfilter, Bremsenservice, Brems- und Getriebeflüssigkeit – genau die Posten, die wir beim Gebrauchtwagen-Check als Erstes auf den Tisch legen und die ein Hobby-Schrauber mit etwas Ruhe selbst nachholen kann, wenn das passende Material im Regal liegt.
Warum das beim Gebrauchtkauf ins Gewicht fällt
CARFAX-Sprecherin Em Nguyen bringt es sinngemäß auf den Punkt: Herstellerwartung ist genau dafür gemacht, Fahrzeuge sicher und zuverlässig am Laufen zu halten und teurere Folgeschäden zu vermeiden. Genau das sehe ich Woche für Woche in der Halle – aus einem verschleppten Ölwechsel wird irgendwann ein ausschwitzender Simmerring, aus alter Bremsflüssigkeit ein träges Pedal bei Nässe, aus dem nie gewechselten Luftfilter eine zugesetzte Drosselklappe. Wenn Sie einen Gebrauchten anschauen, lohnt sich also nicht nur der Blick aufs Blech, sondern ganz gezielt die Frage „Wann war eigentlich die letzte Wartung?" – am besten offen gestellt, nicht ausweichend. Im besten Fall spart das einen vierstelligen Eurobetrag, im schlechtesten bewahrt es Sie vor einem liegengebliebenen Wagen auf der Heimfahrt.
Was Sie selbst ganz entspannt tun können
Falls Ihr eigenes Auto gerade in eine der genannten Kategorien rutscht: kein Grund zur Panik, aber ein sanfter Schubser Richtung Werkstatt. Nehmen Sie das Servicenheft oder die älteste Rechnung zur Hand und fangen Sie mit dem Posten an, der am längsten überfällig ist – meistens eine der Flüssigkeiten, weil die am seltensten auf dem Schirm sind. Arbeiten Sie sich dann durch die Liste, und wenn Sie unsicher sind, legen Sie das Heft einfach offen auf den Werkstatttresen. Wir gehen die Punkte dann gemeinsam durch, ganz ohne erhobenen Zeigefinger, bis aus dem aufgeschobenen Wartungsstau Schritt für Schritt wieder ein gesunder Wagen wird, der seinen fünfzehnten Geburtstag locker erlebt.