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Rückruf für Husqvarna und GasGas: Defekte Bremssättel bei Enduro-Modellen

Nach Angaben von Backfire News hat KTM North America einen Rückruf für 6.257 Geländemotorräder von Husqvarna und GasGas eingereicht. Betroffen sind mehrere Modelljahre der Husqvarna FE 350S und FE 501S sowie der GasGas ES 350 und ES 500.

Rückruf für Husqvarna und GasGas: Defekte Bremssättel bei Enduro-Modellen

Der Fehler betrifft den hinteren Bremssattel. Er kann während der Fahrt reißen oder brechen. Für Besitzer ist die Konsequenz eindeutig: Modell und Fahrgestellnummer prüfen, bevor das Motorrad wieder eingesetzt wird.

Der Fehler liegt am hinteren Bremssattel

Die Rückrufaktion ist bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA unter der Kampagnennummer 26V443000 erfasst. Laut dem Bericht kann der hintere Bremssattel beim Rückwärtsrollen in der Nähe der Aufnahme des primären Führungsbolzens reißen. Bricht das Bauteil vollständig, sinkt die Bremswirkung am Hinterrad. Das erhöht die Unfallgefahr.

Der kritische Lastfall ist damit nicht nur die normale Vorwärtsfahrt. Genannt wird das Rückwärtsrollen mit betätigtem Bremspedal. Das kann beim Herausrollen aus einem Transporter, beim Zurücksetzen auf einer Rampe oder bei langsamen Manövern im Gelände auftreten. Die Richtung der Kraft am Bremssattel ändert sich. Ein vorhandener Material- oder Gussfehler kann dabei sichtbar werden.

Für Enduro- und Dual-Sport-Motorräder ist der hintere Bremskreis kein nebensächliches System. Auf losem Untergrund wird die Hinterradbremse laufend zur Dosierung der Traktion genutzt. Fällt sie aus, verändert sich das Bremsverhalten sofort. Das ist ein funktionaler Fehler, kein Komfortproblem.

Diese Modelle sind laut Bericht betroffen

Genannt werden folgende Baureihen:

  • Husqvarna FE 501S, Modelljahre 2022 bis 2024
  • Husqvarna FE 350S, Modelljahre 2022 bis 2024
  • GasGas ES 350, Modelljahr 2024
  • GasGas ES 500, Modelljahr 2024

Die Reparatur soll für Besitzer kostenlos erfolgen. Händler sollen den hinteren Bremssattel ersetzen, sobald Ersatzteile verfügbar sind. KTM North America will die Halter laut Backfire News ab dem 2. September 2026 schriftlich informieren.

Auf den Brief zu warten, ist für die erste Prüfung nicht erforderlich. Der Bericht nennt die KTM- und Husqvarna-Kundenbetreuung unter 1-888-985-6090 sowie die Möglichkeit, den Status über die Fahrgestellnummer bei NHTSA.gov zu prüfen. Für Fahrzeuge außerhalb des US-Markts ist entscheidend, ob die jeweilige nationale Organisation und der zuständige Händler dieselbe Aktion führen. Eine US-Rückrufnummer ist nicht automatisch ein Nachweis für die rechtliche Abwicklung in Deutschland.

Zweiter Bremsen-Rückruf innerhalb derselben Modellfamilie

Der aktuelle Vorgang ist laut Backfire News nicht der erste Rückruf dieser Plattform. Im Februar 2025 erfasste die Kampagne 25V074000 insgesamt 5.116 Motorräder. Damals ging es um einen möglichen Riss am vorderen Bremssattel nahe dem oberen Führungsbolzen. Genannt wurden ebenfalls Husqvarna FE 350S und FE 501S sowie GasGas ES 350 und ES 500.

Die beiden Aktionen betreffen unterschiedliche Bremssättel und unterschiedliche Befestigungspunkte. Das Fehlerbild ist jedoch vergleichbar: Ein Bremssattel kann reißen und dadurch seine Funktion verlieren. Für die Diagnose am eigenen Motorrad zählt deshalb nicht nur das Baujahr. Entscheidend sind Modell, Fahrgestellnummer und der dokumentierte Rückrufstatus.

Bis zur eindeutigen Klärung sollte ein betroffenes Motorrad nicht gefahren werden. Sichtprüfung allein reicht nicht als Freigabe. Ein äußerlich unauffälliger Bremssattel schließt einen inneren Materialfehler nicht sicher aus. Der nächste sinnvolle Schritt ist die VIN-Prüfung und anschließend die Terminabstimmung mit einem autorisierten Händler.

Das Fazit ist binär: Ist die Fahrgestellnummer betroffen, bleibt das Motorrad bis zum Austausch des hinteren Bremssattels stehen. Ist sie nicht betroffen und liegt eine bestätigte Freigabe vor, besteht aus dieser Rückrufaktion kein weiterer Handlungsbedarf.

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